Series VI Band 4 · No. 276.

Erinnerung und Einheit der Person. Eine Beobachtung

1683

German

 683 1683 Zellerfeld

Der junge Schwalenberg erzehlte, daß er einsmahls von einer Winde auffen boden an den Kopf geschlagen wurde, also daß er nicht gewust wie ihm geschehen were auch vor todt herunter gebracht worden, als er nun wieder zu sich gekommen, habe ihm gedeucht, als erwache er aus einem tiefen schlaff, und were ihm gar wohl gewesen, ich fragte ihn, ob ihm nicht etwas gleichsam getraumet, antwort nein; ob er solch Zeit über einige empfindligkeit gehabt, antwort im geringsten nicht, alleine ich habe ihm gleichwohl erwiesen, daß er die Zeit über nicht gar ohne Gedancken gewesen seyn müße, dann wofern daß gewesen, so würde er nicht gespuhret haben, daß einige Zeit oder intervallum gleichwohl verfloßen gewesen, zwischen dem moment da er zulezt von der Winde gewußt, und den moment, da er wieder erwachet, wie er mir gleichwohl gestehen müßen. Und sonst hatte er sich ja nothwendig müßen einbilden (in dem moment da er aufgewachet), er stünde noch vor der Winde, und fände die sachen in dem stande da er sie gelassen, würde sich auch nach der Winde und den dabey gestandenen leuten umbgesehen haben. Doch kondte man repliciren durch den schlag were ihm deren erinnerung vergangen. Ist also die sach ferner zu untersuchen. Vereor ne sit parallelismus, nam species immutata, ne amplius ita vivida esset, et ex eo de intervallo temporis judicatum.