Series II Band 4 · No. 164.

GABRIEL WAGNER AN LEIBNIZ

Aschersleben, 14. November 1706. [161.194.]

German

Hochwolgebohrner Herr Hoher Gönner.

Allem ansehn nach hat Si mein briefchen vor 14. tagen nicht angetroffen wegen des beilagers, daher ich den inhalt hir widerholen wollen. Ich bin nun an der deüts. Weltweisen Geschicht so weit kommen, daß ich one di Acta erud., Ephem. Cur. u.d.g. durchzulaufen nicht weiter fort kan, wenn ich meinen zweck, Spraten einzuholen erreichen wil, drum hätte nun wol größere lust das reale wörter-buch, so Si mir etligemal vorgeschlagen, zu versuchen; hätte ichs vor disem auf mich genommen, wäre di weltw. Geschicht nimmer dahin kommen da si izt ist. So wolte nun vernemen, ob Si noch des sinnes, gelegenh. zu besagtem wörterbuch zugeben; so wolte mich auf befehl gleich einstellen; ich würde doch one zweif. di Acta er. u. Ephem. nat. Cur. daneben haben können, meine Geschicht endlich einmal zu volfüren. Hirauf bitte gehorsamst, bald eine antw. zu gönnen, weil ich mich sonst mit vergebligem warten in schaden setzen würde: indessen verbleibe

Hochwolgebohr. Herr Dero gehorsamster

Gabriel Wagner.

Aschersleb. 14. Nov. [1]706

Di antw. an mich wird abzugeben sein alhir bei dem Hn. Pfarrer Kortüm.