Series II Band 4 · No. 161.
GABRIEL WAGNER AN LEIBNIZ
Aschersleben, 29. Oktober 1706. [104.164.]
Wolgebohrner Herr Hoher Gönner
Nachdem ich an der deütsch. Weltweisen Geschicht so weit kommen, daß ich one di Acta Erud., Ephem. Nat. Cur. u.d.g. durch zulaufen, nicht weiter fort kan, wenn ich meinen Zweck, Spraten einzuholen, erreichen wil, so habe nun größere lust, das reale Wörterbuch so Si mir etl. mal vorgeschlagen, zu versuchen: hätte ich dises eher auf mich genommen, wäre ich mit meiner Weltweisen Geschicht nimmer dahin kommen, da ich izt bin. Derowegen habe vernemen wollen, ob Si noch gesonnen, mir gelegenh. zu selbem wörterbuch zu geben, so wolte mich auf befehl gleich einstellen; ich würde doch one zweif. di Ephem. u. Acta Er. meine Geschicht zu volfüren, daneben haben können. So bitte nun gehorsamst, mir hirauf bald antw. zu gönnen, damit mich danach richten könne u. verbl.
Wohlgebohr. Herr, Dero gehorsamster
Gabriel Wagner.
Aschersleben 29. Weinm. [1]706.