Series II Band 3 · No. 157.

GABRIEL WAGNER AN LEIBNIZ

Wolfenbüttel, 17. (27.) Februar 1698. [154.160.]

German

Wolgebohrner Herr Hochgeehrter Gönner.

Es Am unteren Rand vermerkt Leibniz: «r»escripsi mir zu schreiben daß ich antworten könne. wird nicht unnöhtig sein, beizeiten von mir zusagen, daß ich nicht werde können hir bleiben, ohne das Professer- oder Bibliothecarii prädicat u. unter 200 Thl., weil das stetige absteigen sonst mich endl. würde zum famulo oder schreiber, der des jahrs 30 Thl. bekömt, machen, welches sich zu meinen vorhabenden sachen nicht schikt. Solte nun das hir nicht beliebt werden, werden Si sich erinnern, daß ich mit der bedingung hisige arbeit bis auf den frühling auf mich genommen, nebst dem was in Hannover verzehrt, auch nöthige reisekosten zu empfangen: dises zu erwehnen zwingt mich di böse zeitung, daß vom Grafen nichts zu hoffen. Di billigk. u. viel andere ursachen werden mir 400, freie wohnung u. holz zuerkennen.

Meinen bogen den ich länger nicht entbehren, u. selber vor 8. wochen hätte abschreiben können, bitte eiligst zu senden, damit das buch ins reine zu bringen, länger nicht gehindert werde, zu meinem höchsten nachtheil. Di untersuchung unserer frage sol bald folgen. Indeßen verbl.

Wolgebohrner Hr. Ihr gehors. G. Wagner

Wolf. 17. Hornung 98. / Dem Wolgebohrenen Hrn. Hrn. Gotfried Wilhelm von Leibniz, Ihr. Churf. Durchl. von Brunschw. Geheim. Justiz Raht u. a. m. etc. Hannover