GermanWolgebohrner Herr Hochgeehrter Gönner.
Es Am unteren Rand vermerkt Leibniz: «r»escripsi mir zu schreiben daß ich antworten könne. wird nicht unnöhtig sein, beizeiten von mir zusagen, daß ich nicht werde können hir
bleiben, ohne das Professer- oder Bibliothecarii prädicat u. unter 200 Thl., weil das stetige
absteigen sonst mich endl. würde zum famulo oder schreiber, der des jahrs 30 Thl. bekömt,
machen, welches sich zu meinen vorhabenden sachen nicht schikt. Solte nun das hir nicht
beliebt werden, werden Si sich erinnern, daß ich mit der bedingung hisige arbeit bis auf den
frühling auf mich genommen, nebst dem was in Hannover verzehrt, auch nöthige reisekosten zu
empfangen: dises zu erwehnen zwingt mich di böse zeitung, daß vom Grafen nichts zu hoffen.
Di billigk. u. viel andere ursachen werden mir 400, freie wohnung u. holz zuerkennen.
Meinen 21 bogen den ich länger nicht entbehren, u. selber vor 8. wochen hätte abschreiben
können, bitte eiligst zu senden, damit das buch ins reine zu bringen, länger nicht gehindert werde,
zu meinem höchsten nachtheil. Di untersuchung unserer frage sol bald folgen. Indeßen verbl.
Wolgebohrner Hr. Ihr gehors. G. Wagner
Wolf. 17. Hornung 98.
/ Dem Wolgebohrenen Hrn. Hrn. Gotfried Wilhelm von Leibniz, Ihr. Churf. Durchl. von
Brunschw. Geheim. Justiz Raht u. a. m. etc. Hannover