Einleitung

GerhardtLatin

Zu den großen Problemen, die Leibniz seit den ersten Anfängen seines wissenschaftlichen Strebens sein ganzes Leben hindurch verfolgt hat, gehört die Scientia universalis oder wie er sie später bezeichnete, die Scientia generalis in Verbindung mit der Characteristica realis. Auf einem kleinen Zettel hat er in späterer Zeit folgende Definition angemerkt: Scientiam Generalem intelligo, quae caeterarum omnium principia continet, modumque principiis ita utendi, ut quisque mediocri licet ingenio praeditus ubi ad specialia quaecunque descenderit, facili meditatione et brevi experientia, difficillima etiam intelligere et pulcherrimas veritates utilissimasque praxes, quantum ex datis homini possibile est, invenire possit. Tractare ergo debet tum de modo bene cogitandi, hoc est inveniendi, judicandi, affectus regendi, retinendi ac reminiscendi, tum vero de totius Encyclopaediae Elementis, et summi Boni investigatione, cujus causa omnis meditatio suscipitur; est enim nihil aliud sapientia quam scientia felicitatis. [AkPhB4:532]

Leibniz hat stets die Scientia generalis, d.i. die übersichtliche Darstellung der Elemente der Wissenschaften, in innigster Verbindung mit der Characteristica realis aufgefaßt, niemals die letztere für sich behandeln wollen. Sie sollte das Mittel bieten, mit Hülfe der Grundbegriffe der Wissenschaften die Bildung des Geistes im Allgemeinen zu fördern und die Vervollkommnung der Wissenschaften durch Entdeckung neuer Wahrheiten möglich zu machen. Es war nicht allein die ungemeine Großartigkeit der Aufgabe, die Leibnizens Aufmerksamkeit immer wieder von neuem reizte, hauptsächlich war es die Erkenntniß, daß in den Fortschritten der Ausbildung des Geistes das wahre Glück des Einzelnen wie der ganzen menschlichen Gesellschaft bestehe, wodurch Leibniz sein Leben hindurch1 darauf zurückgelenkt wurde. Der Verwirklichung indeß und der Ausführung dieses riesigen Problems traten nicht bloß die vielseitigen Beschäftigungen Leibnizens entgegen, an den unübersteiglichen Schwierigkeiten, die in der Natur des Problems liegen, scheiterte die Realisirung desselben.

Die ersten Grundlinien der großen Aufgabe finden sich bereits in der Dissertatio de Arte Combinatoria aus dem Jahre 16662. Leibniz führt daselbst den Gedanken aus, daß alle Begriffe in eine kleine Anzahl einfacher, widerspruchsloser Elemente zerlegt und daß, falls für diese bezeichnende Charaktere gefunden würden, durch Verbindung dieser Charaktere nicht allein alle bekannten Wahrheiten sofort allgemein verständlich ausgedrückt, sondern auch neue Wahrheiten gefunden werden könnten3. Besonders aber bot die Aufstellung passender

Charaktere, die Characteristica realis, sowie die Verbindung derselben die größten Schwierigkeiten. Leichter dagegen war es, die Disposition und die Grundzüge für die Scientia generalis zu entwerfen; unter Leibnizens Papieren aus früherer Zeit finden sich darüber mehrere Pläne und Ausarbeitungen.

Aus den bisher noch nicht gedruckten Briefen Leibnizens an Oldenburg aus den Jahren 1670 und 1671 ergiebt sich, wie Leibniz das Problem weiter verfolgt, und welche Schriften darauf eingewirkt haben. In seinem ersten Briefe, datirt Moguntiae 15/22. Iulii 1670, schreibt Leibniz: A Clmo Hezenthalero habeo, quae de perfecta quadam ad usum Philosophiae lingua condenda celeberrimus vester Wilkinsius deliberet .... Quod linguam universalem attinet, scio, Virum aliquem Illustrem sumptuosis itineribus plerarumque orbis linguarum radices collegisse et comparasse, condendae linguae matricis causa. Sed et Athanasius Kircherus mihi scripsit, Ferdinandi III Caesaris auspiciis multum ea in re a se, sed nondum pleno successu laboratum compluraque eo in negotio observata a se in turrim Babel mox edendam translata esse. - In dem Briefe 8. Decembr. 1670 antwortet Oldenburg: Quam cupis Iosephi Glanvilli de Scientiarum et Artium incremento Historiam lubens transmittam; er meldet unter 24. April. 1671, daß er die gewünschten Bücher, darunter Glanvill's Plus ultra, abgeschickt4. In dem Briefe, datirt Francofurti 29. April. 1671, schreibt Leibniz: Caeterum Doctissimi Wilkinsii Characterem Universalem beneficio Viri Guilelmi Curtii nuper legi; Tabulae perplacent; vellem res quae describi nisi pictura non possunt, ut sunt varia animalium, plantarum, instrumentorum genera, figuris adjectis exhibuisset. Utinam esset qui in Latinum traduceret, quanquam nemo posset rectius Autore, dummodo rerum non aliter declarabilium figurae nonnullarumque vocum ignotiorum explicationes adjicerentur. Das hier erwähnte Werk von Wilkins5 war Lond. 1668 fol. erschienen; es hat als Titel: The Essay towards a Real Character and a Philosophical Langage, with a alphabetical Dictionary. - Wilkins hatte bereits in einer früheren Schrift: Mercury, or the secret and swift Messenger: shewing how a Man may with Privacy and Spead communicate his Thoughts to a Friend at a Distance, Lond. 1641, gezeigt, wie es möglich sei, schnell und sicher seine Gedanken einem entfernten Freunde mitzutheilen. Dabei hatte er die Frage untersucht, ob sich Charaktere aufstellen ließen, die für alle Nationen lesbar und tauglich wären, alle Sprachen auszudrücken. Er hatte zu dem Ende eine methodische Klassification der Begriffe aufgestellt. Was Wilkins auf diesem Gebiet geschaffen hatte, erhielt ein Fortsetzer in George Dalgarno6; das Erscheinen der von ihm verfaßten Schrift: Ars Signorum, vulgo character universalis et lingua philosophica. Qua poterunt homines diversissimorum Idiomatum, spatio duarum septimanarum, omnia Animi sua sensa (in Rebus Familiaribus) non minus intelligibiliter, sive scribendo sive loquendo, mutuo communicare, quam Linguis propriis Vernaculis. Praeterea hinc etiam poterunt Iuvenes Philosophiae Principia et veram Logicae Praxin citius et facilius multo imbibere, quam ex vulgaribus Philosophorum Scriptis, Lond. 1661, wurde von Wilkins ganz besonders befördert. Dalgarno ließ nur 17 Klassen von Begriffen zu, und bediente sich als charakteristischer Zeichen der lateinischen Buchstaben und zweier griechischen, ê und n. In dem Exemplar von Dalgarno's Schrift, das Leibniz gehörte und das noch in der Königlichen Bibliothek zu Hannover vorhanden ist, hat er die folgende Kritik angemerkt, die hier einen Platz verdient, indem sie wegen ihres Inhalts weiter bemerkenswerth ist: Hoc inventum prosecutus est et ad finem perduxit Iohannes Wilkinsius, Episcopus Chrestrensis philosophus mathematicus et theologus insignis, qui inter societatis Regiae Anglicanae fundatores censeri potest. Videatur opus praeclarum Characteris philosophici quod in fol. Londini prodiit.

Verum quemadmodum ego coram indicavi Roberto Boylio et Henrico Oldenburgio, videntur egregii viri magnitudinem rei verumque usum non satis animo complexi. Nam illorum sive Lingua sive scriptura hoc tantum efficit, ut inter lingua dissitos commoda institui possit communicatio; sed vera Characteristica Realis, qualis a me concipitur, inter aptissima humanae Mentis instrumenta censeri deberet, invincibilem scilicet vim habitura et ad inveniendum et ad retinendum et ad dijudicandum. Illud enim efficit in omni materia, quod characteres Arithmetici et Algebraici in Mathematica: quorum quanta sit vis quamque admirabilis usus sciunt periti.

Sed de his rogatu clarissimorum e societate Regia Virorum peculiarem molior dissertationem.

Dalgarnus vidit aliquid per nebulam p.33, sed difficultate territus, nec satis videns quomodo res sit instituenda, in alia omnia abivit.

Idem p.78. 79 aliorum meminit qui de hac arte egerunt. [AkPhB3:170] An der citirten Stelle p.33 führt Dalgarno aus, daß wenn ein Begriff in alle seine kleinsten Theile zerlegt wird, es unmöglich sein dürfte, aus diesen kleinsten Theilen den zusammengesetzten Begriff wieder zu erkennen. Dabei bemerkt Leibniz: Aliud est dissipare partes, aliud distincte considerare, nec opus est, ad omnes minutias animum simul advertere; sufficit characterem ita compositum esse, ut suo arbitrio subdividere liceat. - In der angezogenen Stelle p.78. 79 erwähnt Dalgarno den Professor in Oxford Seth Ward und den Londoner Bürger Franciscus Lodwick, die beide ähnliches gearbeitet hatten.7

Von dem was Dalgarno gefunden, machte Wilkins weiteren Gebrauch in der oben erwähnten Schrift aus dem Jahre 1668. Beide, Wilkins und Dalgarno, gehen von demselben Princip aus, von einer rationellen Klassification aller möglichen Begriffe; zum Ausdruck derselben sind entsprechende Charaktere zu finden. An Stelle der von Dalgarno aufgestellten 17 Klassen von Begriffen nimmt Wilkins 40 Klassen (genera) an, die wiederum in Differenzen (Unterabtheilungen) zerfallen, meistens in je sechs, welche letztere meistens wiederum eine jede in 9 Species getheilt werden. Obwohl Wilkins für wünschenswerth hielt, daß Schriftzüge erfunden werden möchten, welche mit den durch sie ausgedrückten Gegenständen Ähnlichkeit hätten, so sah er doch die Unmöglichkeit einer universellen Bilderschrift ein. Er ersann ein System von möglichst einfachen, conventionellen Zeichen, von ihm Real Character genannt (ein Ausdruck, der bereits von Dalgarno gebraucht wird). Für die aufgestellten 40 Hauptklassen ersann Wilkius 40 willkührliche Zeichen; um die Unterabtheilungen zu bezeichnen, fügt er kleine Striche an die Hauptzeichen an, die sich durch die Stelle, wo sie angebracht sind, von einander unterscheiden. Die Striche links drücken das Genus aus, die rechts die Species, welcher der bezeichnete Begriff angehört. Dieser Versuch von Wilkins, passende Charaktere aufzufinden, gefiel Leibniz ganz besonders; er hebt die Leistung von Wilkins immer von neuem hervor; wie weit er darüber hinausging, werden wir später sehen. -

Die Correspondenz zwischen Leibniz und Oldenburg bewegt sich bis Mitte October 1671 hauptsächlich über die von Leibniz in demselben Jahre herausgegebene Hypothesis physica nova, von der Leibniz den ersten Theil: Theoria motus concreti, der Königlichen Societät in London gewidmet hatte; Anderes kommt nur beiläufig zur Sprache. Seit Mitte October 1671 ruhte die Correspondenz; wahrscheinlich nahmen die Zurüstungen zur Reise nach Paris, die Leibniz den 19. März 1672 antrat, seine Thätigkeit ganz in Anspruch. Vom 11. Januar bis Anfang März 1673 machte Leibniz im Gefolge der Churmainzischen Gesandtschaft einen Abstecher nach London. In den Unterredungen, die er mit Oldenburg und dem Chemiker Boyle in dieser Zeit hatte, wurde auch über die Charakteristik verhandelt, wie er selbst in der oben mitgetheilten Bemerkung in seinem Exemplare von Dalgarno's Ars signorum berichtet. Nach seiner Rückkehr von London trieb Leibniz mit dem größten Eifer mathematische Studien. Daher wird denn auch in seinem Briefwechsel mit Oldenburg nur selten anderes erwähnt. In dem Briefe, datirt Paris 16/26. April 1673, heißt es: Optem Wilkinsii Characterem latinum prodire quam primum; visum enim est mihi opus utilissimum. Ausführlicher handelt Leibniz über die Combinatoria characteristica in dem Schreiben Paris 28. December 1675: Multa videmur nobis Cogitare (confuse scilicet) quae tamen implicant: exempli gratia, Numerus omnium numerorum. Valde suspectum esse debet nobis Notio Infiniti, et Minimi, et Maximi, et Perfectissimi, et ipsius Omnitatis. Neque fidendum his notionibus, antequam ad illud Criterion exigantur, quod mihi agnoscere videor, et quod velut Mechanica ratione fixam et visibilem et (ut ita dicam) irresistibilem reddit veritatem. Quale nobis inexplicabili beneficio tributum est a Natura.

Haec Algebra, quam tanti facimus merito, generalis illius artificii non nisi pars est. Id tamen praestat, Errare ne possumus quidem si velimus, et ut Veritas quasi picta, velut Machinae ope in charta expressa, deprehendatur. Ego ver agnosco, quidquid in genere probet Algebra, non nisi superioris scientiae beneficium esse, quam nunc Combinatoriam Characteristicam appellare soleo, longe diversam ab illa, quae, auditis his vocabulis, statim alicui in mentem venire posset. Hujus mirabilem vim ac potestatem praeceptis aliquando et speciminibus me explicaturum spero, si sanitas atque otium fuerit. Non possum paucis verbis rei naturam complecti. Illud tamen dicere ausim, Nihil facile ad humanae mentis perfectionem efficacius concipi posse, ac, recepta hac philosophandi ratione, fore tempus, et mox fore, quo de Deo ac Mente non minus certa quam de Figuris Numerisque habeamus, et quo Machinarum inventio non difficilior quam constructio Problematum Geometricorum: exhaustisque his studiis (nisi quod semper infinitorum Theorematum elegantissimae supererunt harmoniae, indies observandae tunc magis quam eruendae) ad solam homines redibunt naturae indagationem, quae nunquam in potestate futura est; nam in Experimentis Ingenii et Industriae Fortuna miscetur.

Boyliano itaque more semper philosophabuntur homines, nostrum aliquando ad finem perducent, nisi quatenus ipsa quoque Natura rerum, in quantum cognita est, calculis subjici potest, et novis detectis et ad Mechanismum redactis qualitatibus, novam applicandi materiam Geometris dabit. -

In seinem letzten Schreiben aus Paris, 27. August 1676, äußert sich Leibniz über den Plan, Hülfstafeln für die Analysis herzustellen, die für die Analysis ebenso wichtig wären, als die Sinustafeln für die practische Geometrie; er setzt hinzu: Pendet negotium ex re longe majore, Arte scilicet Combinatoria generali ac vera, cujus vim et potestatem nescio an quisquam hactenus sit consequutus. Ea vero nihil differt ab Analysi illa suprema, ad cujus intima, quantum judicare possum, Cartesius non pervenit. Est enim ad eam constituendam opus Alphabeto Cogitationum humanarum. Et ad inventionem ejus Alphabeti opus est Analysi Axiomatum. Sed non miror ista nemini satis considerata, quia plerumque facilia negligimus et multa quae clara videntur, assumimus. Quod quamdiu faciemus, nunquam ad illud perveniemus, quod mihi videtur in rebus intellectualibus summum, nec genus Calculi, etiam non-Mathematicis accommodati, obtinebimus. -

Unter den Leibnizischen Manuscripten findet sich das folgende undatirte Schreiben Leibnizens an Oldenburg, das zweifellos während seines Pariser Aufenthalts abgefaßt ist. Er handelt darin lediglich über die Charakteristik, wie er sie in ihrem ganzen Umfange sich damals dachte. Dieses Schreiben verdient deshalb ganz besonders hier einen Platz. Es zeigt deutlich die Spuren einer wiederholten sorgfältigen Überarbeitung, und dürfte an die Stelle der von Leibniz seinen Freunden in London in Aussicht gestellten besondern Abhandlung über seine Charakteristik treten.

Leibniz an Rödecken 1708 GP 7, 32

Pergratae mihi fuere literae Tuae quibus de Scriptura Universali con¬silium Tuum laudabile significas. Constat complures viros doctos in hoc argumento fuisse versatos, de quo habeo binorum Anglorum eruditorum libros, Georgii Dalgarni et Johannis Wilkinsii, Episcopi quondam Cestriensis; quidam etiam Germani nonnulla in eo genere tentaverunt. Sed Angli illi cum scriptura et linguam exhibuere, Wilkinsius inprimis fuse et methodo peculiari.

Mihi vero altius aliquid praestari posse visum est, quod ipsis olim Anglis significavi, ut non tantum haberetur Scriptura Linguave quae communis esse posset gentibus, sed etiam quae gentes ad receptionem sui invitet ac pene cogat, maximasque super omnes linguas ad ratiocinandum habeat utilitates. Scilicet concepi animo Characteristicen quandam Rationis, cujus ope veritates rationis velut calculo quodam, ut in Arithmetica Algebraque, ita in omni alia materia quatenus ratiocinationi subjecta est, consequi liceret: et hujus characteris non nisi corollarium est scriptura universalis. Hanc characteristicen vere organi mentis nomen mereri putem. Construere difficile, sed dicere et usurpare perfacile foret. Verum de his melius coram. Vale.

//VII6// daß Aristoteles in sich allein mehr Kenntnisse vereinigte, als die Königliche Gesellschaft in London und das 17. Jahrhundert in seiner ganzen Ausdehnung. Glanvill huldigte überhaupt als Philosoph dem Scepticismus, und bekämpfte besonders den Aristotelischen und Cartesianischen Dogmatismus. - Eine andere vorher im Jahre 1662 erschienene Schrift Glanvill's hat den Titel: Lux orientalis, or an enquiry into the opinion of the eastern sages concerning the preexistence of souls; being a key to unlock the grand mysteries of Providence, in relation to man's sin and misery. Es ist möglich, daß Leibniz auch diese Schrift gekannt hat; der Titel des Entwurfs: Aurora etc. deutet darauf hin.

  1. 1Zwei Jahre vor seinem Tode schrieb Leibniz von Wien aus an Rémond (10. Jan. 1714): J'oserois adjouter une chose, c'est que si j'avois eté moins distrait, on si j'etois plus jeune, ou assisté par de jeunes gens bien disposés, j'espererois donner une maniere de Spécieuse Generale, où toutes les verités de raison seroient reduites à une façon de calcul. Ce pourroit etre en même temps une manière de langue ou d'écriture universelle, mais infiniment differente de toutes celles qu'on a projettées jusqu'icy, car les caracteres et les paroles mêmes y dirigeroient la raison, et les erreurs (excepté celles de fait) n'y seroient que des erreurs de calcul. Il seroit tres difficile de former ou d'inventer cette Langue ou Caracteristique, mais tres aisé de l'apprendre sans aucuns Dictionnaires. Elle serviroit aussi à estimer les degrés de vraisemblance (lorsque nous n'avons pas sufficientia data pour parvenir à des verités certaines) et pour voir ce qu'il faut pour y suppléer. Et cette estime seroit des plus importantes pour l'usage de la vie, et pour les deliberations de practique, où en estimant les probabilités on se mecompte le plus souvent de plus de la moitié.
  2. 2Siehe Bd. IV S.72f.
  3. 3Hiermit ist zu vergleichen die folgende Stelle aus Leibnizens drittem Schreiben an den Herzog Johann Friedrich von Braunschweig-Lüneburg (Bd. I S.57f.): In Philosophia habe ich ein mittel funden, dasjenige was Cartesius und andere per Algebram et Analysin in Arithmetica et Geometria gethan, in allen scientien zu wege zu bringen per Artem Combinatoriam, welche Lullius und P. Kircher zwar excolirt, bey weiten aber in solche deren intima nicht //VII5// gesehen. Dadurch alle Notiones compositae der ganzen welt in wenig simplices als deren Alphabet reduciret, und aus solches alphabets combination wiederumb alle dinge, samt ihren theorematibus, und was nur von ihnen zu inventiren möglich, ordinata methodo, mit der zeit zu finden, ein weg gebahnet wird. Welche invention, dafern sie wils Gott zu werk gerichtet, als mater aller inventionen von mir vor das importanteste gehalten wird, ob sie gleich das ansehen noch zur zeit nicht haben mag. Ich habe dadurch alles was erzehlet werden soll, gefunden, und hoffe noch ein mehrers zu wege zu bringen.
  4. 4Joseph Glanvill (1636-1680) war Mitglied der Royal Society in London. Er vertheidigte in der Schrift: Plus ultra, or the progress and advencement of knowledge since the days of Aristote: in a account of some of the most remarkable late improvements of practical useful learning to encourage philosophical endeavours; occasioned by a conference with one of the National Way, London 1668, die neuere Wissenschaft gegen die Behauptung,
  5. 5John Wilkins war einer der Gründer der Royal Society in London.
  6. 6So ist der Name zu schreiben; er selbst nennt sich in seiner Schrift: ego Georgius Dalgarno.
  7. 7Da Dalgarno, wie bereits oben erwähnt, sich nur der Buchstaben bedient, also eine allgemein verständliche Schrift zu schaffen sucht, so wird er von Leibniz selten erwähnt.