Series II Band 4 · No. 78.

GABRIEL WAGNER AN LEIBNIZ

Berlin, 27. Juli 1704. [103.]

German

Hochwolgebohrner Herr Hochgebitender Hr. GeheimRaht

Wi das glück allenthalben, also ists auch hir ungütig mit mir umgangen. Der Hr. General braucht keine solche person, wovon geredet: Er hat mir zwar einen aufenthalt zu Buckau angetragen, bis Si hiher kämen, da Si mir denn ohn Zweif. zur Professur bei hisiger Academie, indem man noch 2. personen suchte, verhelfen würden: meine hofnung aber ist klein, weil ich des glüks ceremonien gegen mich kenne, Si mir auch davon nichts entdekt, u. ich vor 2. jaren schon dazu wäre fertig gewest. Unterdeßen sind 12. Thl bald fort; 9 1/₂ hat di reise, 2. di verweilung alhir verzehrt; reise ich wider zurük, so gehen noch 10. darauf. Auf ersetzung darf ich nicht hoffen, weil man meiner hir nicht bedarf, u. der bloße aufenthalt schon eine gnade ist.

Dise umstände dräuen mir einen Hannöverschen winter, da kälte und teürung meister sein werden. Dises habe gehorsamst berichten, u. guten raht erwarten wollen,

verharrend Hochwolgebohr. Hr., dero gehorsamster G Wagner.

Berlin 27. Jul. 1704.

Dem Hochwolgebohrenen Hern, Hern Von Leibniz, Ihr. Kön. Maj. Von Preüßen OberDirector der Berlinis. Academie Ihr. Kurf. durchl. zu Brunsw. Geheim. Justiz-Rath, u.a.m. Wolfenbüttel.